LagenCup Rot 2022

Top-Ten &
Anbaugebietssieger Rheinhessen

Weingut J. Neus

Foto: Weingut J. Neus

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Top-Ten & Anbaugebietssieger Rheinhessen - 95 Punkte
2019 | Pares | VDP.GROSSES GEWÄCHS | Spätburgunder

Text: Axel Biesler
Beobachten, beobachten, beobachten und nochmals beobachten. Was für den Landbau allgemein gilt, trifft im Weinbau insbesondere dann zu, wenn sich ein Winzer dafür entscheidet, einen bestimmten Klon in seinem Weinberg weiter zu vermehren. Die Anforderungen, die er dabei an die Sorte stellt, können ganz unterschiedlich ausfallen. Geht es um einen möglichst hohen Ertrag, um die Robustheit gegenüber bestimmten Pilzkrankheiten oder am Ende um den Geschmack, den die Trauben in einem Wein hervorbringen? Vor über 100 Jahren herrschten goldene Zeiten im deutschen Weinbau. Auch im Örtchen Ingelheim, dessen Spätburgunder auf der Weinwelt für Furore und allerhöchste Preise sorgte. Zwei Weltenbrände, das 71er Weingesetz trugen maßgeblich dazu bei, dass Ingelheim sang- und klanglos von der Karte großer Rotweine verschwand und sich forthin für massenkompatible, weinartige Getränke in allen Geschmacksrichtungen einen zweifelhaften Ruhm erwirtschaftete. Doch die Wirtschaft nach dem Krieg wunderte nicht ewig. Aus Masse wurde auch keine Kasse mehr. Im ausgehenden 19. Jahrhundert befand sich das Weingut J. Neus in einer auch wirtschaftlich ausgezeichneten Situation. Man konnte aus dem Vollen schöpfen. Wobei weniger die Erträge als die Qualität der Trauben gemeint gewesen sein dürften: Reben mit den hochwertigsten Trauben wurden konsequent vermehrt. Daraus entstand der Neus-Klon. Das Weingut profitiert heute von der weitsichtigen Entscheidung seiner Gründer. Spätburgunder aus Ingelheim erläuft sich den Rang zurück, den er vor über 100 Jahren einmal besessen hat. Dass wir den 2019er »PARES« bereits wenige Monate nach seiner Füllung nicht nur probieren, sondern auch noch bewerten mussten, tut uns ein bisserl weh. »Höchstelegant ausbalanciert mit anmutiger Gerbstoffstruktur und reifer, aber eben nicht überreifer Frucht«, fasste ein Verkoster seine Wahrnehmung am Gaumen treffend zusammen.

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Foto: Weingut J. Neus

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