LagenCup Rot 2021

1. Platz - Top-Ten Lemberger
Top-Ten Sonderkategorie "10 Jahre gereift"

Weingut Karl Haidle

Foto: Weingut Karl Haidle

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1. Platz Top-Ten Lemberger & Top-Ten Gesamtsieger - 95 Punkte
2018 | Stettener Gehrnhalde | Großes Gewächs | Lemberger

Text: Axel Biesler
Das wurde auch Zeit. Noch immer führt der Lemberger so etwas wie ein Schattendasein. Wiewohl er sein exzellentes Potenzial in den letzten Jahren immer häufiger ausspielen konnte, ist bei den besten Rotweinen Deutschlands doch meist nur vom Spätburgunder die Rede. Dabei steht außer Frage, dass sich auch Deutschlands Pinots in den letzten Jahren stetig verbessert haben, dass dies im vergleichbaren Maße auch beim Lemberger geschehen ist, bleibt viel zu oft unerwähnt oder geht in den Jubelstürmen für den Spätburgunder glatt unter. Da geht es dem Lemberger wie dem Silvaner. Bei delikaten deutschen Weißweinen kommt die Sprache schnell auf Riesling und verweilt dort. Da kann sich der Silvaner anstrengen, wie er will, bis auf Weiteres bleibt für ihn nur die zweite Reihe. Wie lange das noch so geht, bleibt abzuwarten. Denn sowohl Lemberger als auch Silvaner konnten in ihrer Güte zuletzt enorm zulegen. Und Delikatesse spricht sich herum. Moritz Haidle setzt mit seinem Großen Gewächs aus der Stettener Gehrnhalde ein köstliches Ausrufezeichen. Mit ihren rund 40 Jahre alten Reben zählt die Lage zu den ältesten Lemberger-Anlagen in der Region. Nach der erfolgreichen Umstellung seiner Weinberge auf eine biologische Bewirtschaftung beschäftigt sich Haidle zuletzt noch einmal enger mit seinen Böden und arbeitet mittlerweile auch mit biodynamischen Methoden. Der Wein dankt es ihm. So fiel das Urteil der Juroren dann auch einhellig aus: »Pfeffer, Pfeffer, Pfeffer. Dazu angeröstete Pflaumen, konzentriert und dicht, viel reife dunkle Steinfrucht. Am Gaumen mit überraschender Frische, dabei dicht und freilich noch jugendlich, erstaunliche Säure für einen heißen Jahrgang wie 2018. « Dem ist nichts hinzuzufügen. Lemberger as its best! Dass Moritz auch hinkünftig Zeit für Graffitikunst und Freestyle-Rappen bleibt, steht zu vermuten, denn Synergien sind Garanten für eine hohe Zufriedenheit.

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Foto: Weingut Karl Haidle

Top-Ten Sonderkategorie "10 Jahre gereift" - 95 Punkte
2011 | Stettener Mönchberg | GG | Lemberger

Text: Axel Biesler
Mit einer Steigung von teilweise bis zu 40 Prozent gehört der Stettener Mönchberg zu jenen berüchtigten deutschen Weinberglagen, die sich kaum mit Maschinen bearbeiten lassen. Hier ist reine Handarbeit nicht nur gefragt, sondern unbedingt erforderlich. Steillagen sind bekanntermaßen äußerst arbeitsintensiv, weshalb die Standzeit der Reben meist auch viel länger ausfällt als die ihrer Kollegen aus dem Flachland. Ob ältere Reben am Ende die besseren Weine hervorbringen, ist eine Kontroverse, über die bis heute gerne gestritten wird. Feststehen aber dürfte, dass so manche sogenannten qualitätsfördernden Maßnahmen, wie etwa die Grünlese, umso überflüssiger werden, je älter ein Weinstock ist und natürlicherweise auch weniger Ertrag einbringt. Ebenso einleuchtend ist die Annahme, dass sich eine alte Rebe im Laufe ihrer Zeit bestenfalls kongenial und symbiotisch an seine Umgebung anpassen konnte. Ein frisch gepflanzter Klon hat bis dahin noch etliche Jahre vor sich. Wenn ihm denn überhaupt diese Zeit gegönnt wird. Mit seiner »feinen und harmonischen Art« wusste der Mönchberg die Jury vom LagenCup jedenfalls mehr als nur zu überzeugen. Die fand nämlich bei der Nennung von unzähligen Kräutern, Gewürzen und dunklen Früchten beinahe kein Ende mehr, lobte »noble Tannine« und eine »unglaubliche Säure« über den Klee und war sich schließlich und unisono darüber einig, dass sie nichts anderes als einen »einen ganz großen deutschen Lemberger« verkosten durften. Seit 2014 verantwortet Moritz Haidle den Ausbau der Weine. Moritz leitete nicht nur die Umstellung auf eine biologische Bewirtschaftung der Weinberge ein, sondern arbeitet mittlerweile auch mit biodynamischen Methoden. Der grandiose 2011er geht noch auf das Konto seines Vaters Hans Haidle. Moritz wird diese seltene Delikatesse aber sicherlich auf die eine oder andere Weise begleitet haben. Oder sie ihn. Beides kann nicht verkehrt sein. 

Rückblick auf den LagenCup Rot 2021

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LagenCup

ein Berliner Weinwettbewerb