LagenCup Rot 2021

Top-Ten Lemberger & Top-Ten "10 Jahre gereift"

Weingut Jürgen Ellwanger

Foto: Weingut Jürgen Ellwanger

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Top-Ten Sonderkategorie "10 Jahre gereift" - 95 Punkte
2011 | Hebsacker Lichtenberg | GG | Spätburgunder

Text: Axel Biesler
Nein, der LagenCup Rot wird von keinem württembergischen Weinbauverband gesponsert. Dass sich die Weine vom Neckar immer häufiger in den Bestenlisten diverser Wettbewerbe wiederfinden, kann also nur mit ihrer Güte zu tun haben. Während es bei der Verkostung der besten zehn Weine zwei Weine aus Württemberg in die Spitzengruppe geschafft haben, waren es in der Kategorie »Top Ten zehn Jahre gereift« gleich vier. Das mag auch an dem Umstand liegen, dass beim LagenCup alle Weine konsequent verdeckt verkostet und die Ergebnisse hernach ungeschönt veröffentlicht werden. Freilich kommt es dabei auch immer wieder zu Resultaten, die den einen ungläubig und den anderen überrascht zurücklassen. Ein überwiegender Teil unserer Verkoster hat die hohen Qualitäten der Weine aus Württemberg jedenfalls goutiert und entsprechend hoch bewertet. Diese Einschätzungen geben wir gerne und mit größter Freude weiter. An die geneigten Zecher sei die gustatorische Nachricht gerichtet, dass Württemberg jene Weinbauregion in Deutschland ist, die zwar schon immer für ihre Weine bekannt war, deren Klasse aber viel zu selten wahrgenommen wurde. Die Zeiten ändern sich. Und mit ihr auch das Klima, dessen Erwärmung einer von roten Sorten dominierten Region wie Württemberg oftmals in die Karten spielt. »Mega-Stoff« jubilierte ein Juror bei Ellwangers Pinot aus dem Lichtenberg und konnte es schier nicht fassen, dass sich ein zehn Jahre alter Spätburgunder in seinem Glas drehte. »Fest, klar, jugendlich, rassiger Stoff.« konstatierte ein anderer Verkoster etwas sachlicher, meinte im Grunde aber dasselbe. Gottlob gründete Gottlob Ellwanger 1949 dieses Ausnahme-Weingut, dessen Sohn, Jürgen, es schließlich an Deutschlands Spitze führte. Seine Söhne wiederum achten heute nicht nur darauf, die Tradition des Hauses zu bewahren, sondern zeigen sich auch gegenüber Innovationen neugierig und aufgeschlossen. In dieser Eigenschaft sind sie dem Vater übrigens nicht ganz unähnlich, der ab den siebziger Jahren das Ländle in versteckten Parzellen mit der österreichischen Sorten Zweigelt beglückte. Erlaubt war das freilich nicht. Doch die Sorte wurde später zum Versuchsanbau freigegeben und ist heute eine feste Bank im Portfolio der Ellwangers. Und mittlerweile nicht nur bei ihnen.

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Foto: Weingut Jürgen Ellwanger

Top-Ten Lemberger - 94 Punkte
2018 | Hebsacker Berg | GG | Lemberger 

Text: Axel Biesler
Jetzt müssen wir doch noch einmal nachschauen. Tatsächlich, es handelt sich um einen Rotwein. Was deshalb ein wenig überrascht, da sich ein Verkoster bei seiner Probe tatsächlich an »Stachelbeeren« erinnert fühlte. Vom Aroma dieser nordeuropäischen Frucht ist häufig bei Weißweinen aus der Sorte Sauvignon Blanc, aber selten bis gar nicht bei Rotweinen die Rede. Eine lustige organoleptische Randnotiz. Der Begeisterung für Ellwangers Lemberger aus dem Hebsacker Berg tat das ohnehin keinen Abbruch. Gelobt wurde sein »feiner Duft aus Brombeeren, Holunder und Pfeffer« nebst hocheleganten Röstnoten, die von seinem achtzehnmonatigen Ausbau in sowohl neuen als auch gebrauchten kleinen französischen Eichenholzfässern zeugen. Die Juroren fühlten sich an »Espresso, Schokolade, schwarzen Tee« erinnert, rühmten seine ebenso »kräftige wie komplexe Struktur« und fanden am Ende keine Worte mehr, weil der Nachhall dieses exzellenten Lembergers einfach kein Ende nehmen wollte. Auf einer Fläche von rund 26 Hektar bewirtschaften die Brüder Jörg und Felix Ellwanger heute wie gestern hauptsächlich rote Sorten. Dass dabei Lemberger und Trollinger zu den wichtigsten zählen, ist im Ländle kein Wunder. Ein Weinwunder ist es allerdings, wie dramatisch sich die Qualitäten im viertgrößten deutschen Anbaugebiet in den letzten Jahren verbessern konnten. Das gilt sowohl für die Rot- als auch für die Weißweine – und natürlich auch für das Weingut Jürgen Ellwanger. Worüber es also überhaupt nichts zu deuteln gibt, ist die köstliche Tatsache, dass es die Juroren beim Großen Gewächs aus dem keuperreichen Hebsacker Berg mit einem Spitzenwein zu tun bekommen haben, seine köstlichsten Jahre noch vor sich hat.

Rückblick auf den LagenCup Rot 2021

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ein Berliner Weinwettbewerb