LagenCup Rot 2021

Bester Frühburgunder

Weingut Deutzerhof - Ahr

Jürgen Doetsch & Hans-Jörg Lüchau Foto: Weingut Deutzerhof

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Bester Frühburgunder - 93 Punkte
2018 | Mayschoss Mönchberg | Großes Gewächs | Frühburgunder

Text: Peter Jakob

Fast wäre sie in den 1960er Jahren ausgestorben, heute wird sie in Deutschland auf rund 250 Hektar angebaut. Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Rebsorte bereits sehr alt ist, obwohl sie unter Pinot Noir Précoce, in der Sprache ihres Herkunftslandes, kaum bekannt ist. Ihren deutschen Namen kennen mehr Weinfreunde: Frühburgunder.

Die Ahr ist mit rund 40 Hektar das wichtigste deutsche Anbaugebiet des Frühburgunders. Hier entsteht im Weingut Deutzerhof ein ganz vorzüglicher Vertreter dieser Rebsorte. Während der Frühburgunder erstmals 1690 nachweislich erwähnt wurde, reicht die Weinbautradition der Familie Cossmann-Hehle, der das Weingut gehört, bis ins Jahr 1574 zurück. Die Rebsorte ist eine Varietät des Spätburgunders und reift, wie es der Name verrät, früher. Sie ist noch empfindlicher für die direkte Einwirkung der Sonne und bedarf deshalb geschützter Weinberge. Diese finden sich an der Ahr beispielsweise in der bedeutenden Lage Mönchberg in Mayschoss, aus der der hier besprochene Wein stammt. An den Füßen des Mönchsbergs steht auch das Weingut Deutzerhof. Da Frühburgunder sich von seiner Fruchtausprägung noch klarer als der etwas kräftigere Spätburgunder zeigt, ist nicht nur im Weinberg sondern auch im Keller ein sorgsamer Umgang notwendig, um dem Wein sein volles Potential zu entlocken.

Dass der Mönchberg eine der besten Lagen des Ahrtales bildet, zeigt sich in dem von der Jury ausgezeichneten Wein deutlich. Den Juroren gefiel die klare Fruchtausprägung, sie vermerkte das „harmonische Zusammenspiel von Sauerkirschen und reifen Heidelbeeren, ohne, dass die Frucht in Überreife schlägt“. Um den Wein aromatisch nicht vom Holz zu sehr überlagern zu lassen, benutzt das Weingut nur gebrauchte Barriquefässer aus Burgund für den 18-monatigen Ausbau. Dies ergänzt das fruchtige Aromenspektrum um eine präzise und unterstützende Würzigkeit, die „neben leicht toastigen Röstaromen, Kaffee, etwas Vanille und feine, leicht ätherische Pfeffernoten verleiht“.
Wer glaubt, dass 2018 als wärmeres Jahr hier einen überkonzentrierten Rotwein zur Folge hätte, liegt völlig falsch. Wenn man den Wein probiert, merkt man, wie präzise die Arbeit im Weinberg und die Definition des Lesezeitpunktes war. Einerseits zeigt der Wein Kraft, als „mundfüllend“ wird er beschrieben, und dann zeigt er sich mit einer Vitalität und Saftigkeit, die die Jury in ihren Bann zog. Die Vielschichtigkeit dieses Weines zeigt exemplarisch das Potential und die Größe dieser Rebsorte. An Konzentration, Komplexität und Länge kann sich dieser Wein mit großen Spätburgundern messen. Er dient darüber hinaus der Erweiterung unseres Geschmackshorizonts, finden wir hier doch ein originäres Aromenspiel, welches die Besonderheiten von Herkunft und Rebsorte dem Weinfreund eindrücklich und nachhaltig vermittelt.

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Foto: Weingut Deutzerhof

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