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2018 Oberbergener Bassgeige Spätburgunder, Weingut Franz Keller, BADEN

In Anbetracht des heißen Jahrgangs ist Kellers Spätburgunder eine geradewegs tollkühne Erfrischung. »Saftig, lebhaft, vielschichtig«, berichtete ein Verkoster. Mit rund 280 Hektar gehört die Oberbergener Bassgeige zu den größten Einzellagen am Kaiserstuhl. Vor der Flurbereinigung, in den siebziger Jahren, soll der Weinberg dem Streichinstrument einmal ähnlichgesehen haben. Kellers Reben wachsen auf einer basalt- und lösshaltigen Parzelle, die im Sommer von allzu viel Sonne verschont bleibt. Der Ausbau erfolgte in gebrauchten kleinen französischen Eichenholzfässern. Tatsächlich spielt die Toastwürze bei dieser feinsaftigen Delikatesse nur eine untergeordnete Rolle, spendiert ihr rauchige Nuancen und elegante Gerbstoffe. Baden, könnte man meinen, erfindet sich gerade neu. (93 Punkte)

2017 Fellbacher Lämmler Spätburgunder GG, Weingut Aldinger, WÜRTTEMBERG

In den achtziger Jahren begann Gert Aldinger mit internationalen Rebsorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon in seinen Weinbergen zu experimentieren. Anfangs wurde er dafür belächelt, für die Weine zollte man ihm ein paar Jahre später größten Respekt. Merlot und Cabernet werden mittlerweile auch hierzulande regelmäßig reif. Dennoch haben seine Söhne Hansjörg und Matthias Aldinger in den vergangenen Jahren einen anderen Weg eingeschlagen. »Wir lieben die Burgunder-Rebsorten und bauen auch den Lemberger immer häufiger burgundisch aus«, hat Matthias Aldinger in einem Interview einmal gesagt. Aldingers 2017er Spätburgunder aus dem Fellbacher Lämmler trotzt einem schwierigen Jahr mit transparenter Frucht, lebhafter Säure und seidigen Gerbstoffen. Die Jury hob bei der Verkostung den sensiblen Umgang beim Ausbau des Weines in kleinen Eichenholzfässern hervor und notierte: »Für Grandezza im Glas braucht es Gespür im Keller«

Keller«. (95 Punkte

2016 Fellbacher Lämmler Spätburgunder GG, Weingut Schnaitmann, WÜRTTEMBERG

Wenn eine Region in Deutschland eigentlich schon immer bekannt war für ihre Rotweine, dann ist es Württemberg. Doch über ihre hohe Güte war nur selten die Rede. Trollinger heißt die Sorte, die bis heute zu den meist angebauten roten Sorten im Ländle gehört, aus der zum größten Teil leichte Tischweine erzeugt werden. Doch mit Lemberger und Spätburgunder reüssiert die Region mittlerweile seit einiger Zeit. Und das wird auch der breiteren Öffentlichkeit wenn auch langsam, aber immerhin sicher klar. Was sicherlich auch daran liegt, dass sich der Weinkonsum in Württemberg mittlerweile auch außerhalb der Landesgrenzen abspielt. Rainer Schnaitmann gehört gewiss zu den Pionieren, wenn es darum geht, der hohen Güte württembergischer Rotweine einen unvergleichlichen Ausdruck zu verleihen: Sein Fellbacher Lämmler duftet enorm konzentriert nach Cassis und Gewürzen und kommt am Gaumen so geschmeidig und elegant daher, dass es die reinste Freude ist. 

(95 Punkte)

2015 Laumersheimer Steinbuckel Pinot Noir, Weingut Philipp Kuhn, PFALZ

Der Sieger des diesjährigen LagenCups ist wahrlich kein Unbekannter. Philipp Kuhn kommt aus dem Dörfchen Laumersheim in der nördlichen Pfalz. Dass die 1000-Seelen-Gemeinde weit über ihre eigenen Grenzen bekannt ist, hat sie nicht zuletzt solchen Ausnahme-Winzern wie Philipp Kuhn zu verdanken. Mit dem 2015er Pinot Noir aus der extrem kalkreichen Lage Steinbuckel ist dem Pfälzer ein herausragender Wein gelungen, was nicht zuletzt daran liegt, da er Finesse und Kraft zu einer raffinierten Delikatesse zu bündeln vermag, die in der Nase ebenso ausdrucksstark wie komplex daherkommt und am Gaumen ein aromatisches Feuerwerk zündet, dass es die reinste Freude ist. »Packt am Gaumen wunderbar feinsaftig und -pfeffrig zu und hält sehr lange an«, notierte ein begeisterter Juror. Über seine Philosophie in Weinberg und Keller sagte Kuhn einmal: »Was zählt, sind Erfahrung und das richtige Bauchgefühl.« Beim 2015er Steinbuckel muss sich das sehr wohlig angefühlt haben. Denn Liebe geht bekanntlich ja stets auch durch den Magen.  (96 Punkte)

2014 Nussdorfer Kaiserberg Pinot Noir, Weingut Oliver Zeter, PFALZ

Oliver Zeters besonderes Augenmerk gilt der Sorte Sauvignon Blanc, die mittlerweile knapp die Hälfte seiner rund 24 Hektar großen Weinbaufläche ausmacht. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass Zeter einige Zeit als Weinbautechniker in Südafrika verbrachte. Doch liegt ihm eine klassische europäische Rebsorte wie der Pinot Noir ebenso am Herzen. Davon durfte sich die LagenCup-Jury beim 2014er Pinot Noir aus dem kalkreichen Nussdorfer Kaiserberg nun mehr als nur überzeugen. Besonders angetan zeigten sich die Verkoster von einem »ebenso individuellen wie ausbalancierten Stil, der sich am Gaumen mit vitaler Säure, knackfrischer Frucht und rauchiger Würze zu erkennen gibt.« Nach Maischegärung und Ausbau in 300 Liter Eichenholzfässern wurde der Wein ohne Schönung und Filtration abgefüllt. Oliver Zeter gründete sein Weinbauprojekt 2003, das sich rasch von einem Hobby zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelte. Der trinkselige Bär auf den Etiketten der Zeter-Weine entstammt übrigens der Feder des bekannten Pfälzer Künstler Otto Dill, der die Zeichnung seinerzeit an Zeters Urgroßvater als Postkarte verschickte.  (94 Punkte)

2018 Michelfelder Himmelberg Blaufränkisch, Weingut Nägele, BADEN

Der Michelfelder Himmelberg im nördlichen Baden ist vornehmlich mit weißen Sorten bepflanzt. Noch möchte man meinen, denn bei weiterhin steigenden Durchschnittstemperaturen könnte es denen dort bald zu heiß werden. Das Weingut Nägele versucht sich bereits seit einigen Jahren am Lemberger und vermarktet ihn unter seinem Synonym Blaufränkisch. Klima sowie die tiefgründigen Lössböden mit hohem Kalkanteil scheinen der Sorte bestens zu bekommen. Die Jury lobte eine »feine Balance zwischen Frucht, Säure und Gerbstoffen« und war sich sicher, dass der Wein seine besten Jahre noch vor sich hat. Große Stücke hält Tobias Nägele übrigens auch auf Cabernet Franc, den er ebenfalls im Michelfelder Himmelberg kultiviert und reinsortig abfüllt.

(91 Punkte)

2017 »R Spermen« Leimener Herrenberg Blaufränkisch GG, Weingut Seeger, BADEN

Leimen ist nicht nur durch Boris Becker berühmt geworden, auch Thomas Seeger hat seinen vinophilen Beitrag für die kleine Ortschaft geleistet, die heute weit über ihre eigenen nordbadischen Grenzen bekannt ist. Seeger versteht sich vorzüglich auf den Ausbau seiner Weine in kleinen französischen Eichenholzfässern. Für seinen Blaufränkischen gab es von der Jury viel Applaus: Von einer »großartigen Rauch- und Pfefferwürze« wusste die zu berichten und konstatierte: »Dieser Wein steht erst ganz am Anfang seiner Karriere, dass er die hinlegen wird, steht außerfrage.« Mit seinen facettenreichen Böden aus Löss-Lehm, Muschelkalk und Buntsandstein bietet der Leimener Herrenberg beste Voraussetzungen für mineralisch geprägte Weine mit Tiefgang und Biss. Seegers Blaufränkischer darf dafür als bestes und köstliches Beispiel gelten. (93 Punkte) 

2016 »Der schwarze Löwe« Kleinbottwarer Oberer Berg Lemberger, Weingut Graf Adelmann, WÜRTTEMBERG

Wenn es um exzellente Rotweine geht, hat Württemberg mit dem Lemberger einen echten Hochkaräter in petto. In keiner anderen deutschen Weinbauregion findet diese Sorte eine größere Verbreitung. Dass die Jury beim »schwarzen Löwen« von Graf Adelmann »ein delikates Spiel von Toastwürze und Frucht« hervorhob, verwundert auch deshalb nicht, da Michael Graf Adelmann bereits dafür in den achtziger Jahren mit kleinen Eichenholzfässern aus Frankreich zu arbeiten begann. Rund vier Jahrzehnte Erfahrung haben ihre köstlichen Spuren hinterlassen. Heute wird das Weingut von Felix Graf Adelmann geführt, der nicht nur bei den Weinen frische Akzente setzt, sondern auch für das neue Design mit den keilförmigen Streifen verantwortlich zeichnet. Wer einmal die imposanten Fensterläden von Burg Schaubeck, dem Anwesen der Adelmanns, bewundert hat, wird schnell erkennen, wovon Adelmann inspiriert worden ist. Der neue Look wurde mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. (94 Punkte)

2015 Stettener Mönchberg Schalksberg Lemberger GG, Weingut Beurer, WÜRTTEMBERG

1997 entschloss sich Familie Beurer, aus der örtlichen Genossenschaft auszutreten, um ein eigenes Weingut zu gründen. Seitdem geht es steil bergauf. Das gilt nicht nur für den Mönchberg, der mit einer Hangneigung von bis zu 50 Prozent an manchen Stellen ziemlich steil ausfallen kann, sondern auch für die Weine der Beurers. Jochen Beurer ist ein konsequenter Vertreter der Spontangärung, die in Württemberg bis vor wenigen Jahren noch völlig unüblich war. »Anregend, griffig und wunderbar saftig« notierte die Jury bei der Verkostung seines Lembergers, der jetzt in die erste Genussreife kommt. Wir lange die andauern wird, ist momentan kaum abzusehen. Doch eines steht fest: Seinen Höhepunkt wird auch dieser Wein irgendwann einmal erleben. Die Frage ist nur, wer ihn zu diesem Zeitpunkt genießen darf und davon berichtet. (94 Punkte)

2014 Verrenberger Verrenberg Lemberger GG, Weingut Fürst Hohenlohe Oehringen, WÜRTTEMBERG

Das Weingut Fürst von Hohenlohe Oehringen befindet sich seit 27. Generation im Familienbesitz. Die ersten Aufzeichnungen gehen sogar bis in das Jahr 1253 zurück. Die von der VDP. (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) als „Grosse Lage“ zertifizierte Lage Verrenberg ist eine „Monopollage“ des Familienweinguts. Auf diesem sonnenverwöhnten Südhang, mit einer 45-Grad Steigung, wächst nicht nur die Rebsorte Lemberger, sondern auch Spätburgunder sowie Riesling. Die Reben gedeihen hier auf Keupersandstein mit Muschelkalkhorizont, was für die Hohenloher Ebene einzigartig ist. »Mit einer hohen Komplexität, Finesse, tollen Frische durch die stramme Säurestruktur und großartigem Nachhall« präsentiert sich der 2014er Lemberger betont der Jury. Joachim Brand ist der Betriebsleiter und bewirtschaftet die Weinberge organisch-biologisch.

(92 Punkte)

2017 Mayschosser Mönchberg Frühburgunder GG, Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle, AHR

Wie der Name schon sagt, werden die Trauben des Frühburgunders rund zehn Tage früher als die seines Verwandten Spätburgunders reif. Während sich Wildtiere und Insekten an den süßen Früchten delektieren, müssen die Winzer häufig empfindliche Ertragseinbußen in Kauf nehmen. Ohne geeignete Schutzmaßnahme kann das in manchen Jahren zu Totalausfällen führen, da die Erträge des Frühburgunders natürlicherweise bereits vergleichsweise gering ausfallen. Auch deshalb findet man die Sorte heute immer seltener in den deutschen Weinbergen. Im Portfolio des Deutzerhofs bleibt sie ein fester Bestandteil und wächst auf den schiefrigen Böden des Mönchbergs. »Ahr, Frühburgunder und Schiefer ergeben ein unvergleichliches Aroma«, bemerkte die Jury und lobte obendrein den »feinsaftigen Geschmack sowie einen gezügelten Holzeinsatz.«  (94 Punkte)

2017 Achkarrer Schlossberg Syrah, Weingut Fritz Waßmer, BADEN

Im Achkarrer Schlossberg von Boden zu sprechen, ist auch deshalb nicht ganz einfach, weil die rund 80 Hektar große Lage kaum über Humus verfügt. Ohne entsprechende organische Nachhilfen hätten selbst die als äußerst zäh geltenden Weinreben in manchen Jahren große Mühe glimpflich durch den Sommer zu kommen. Der Boden des erloschenen Vulkans besteht zum allergrößten Teil aus dunklem, verwittertem Lavagestein und heizt sich im Sommer sehr leicht auf. Da konnte es kein Fehler sein, dass sich Fritz Waßmer dazu entschloss, einige Parzellen mit der sonnengewöhnten Sorte Syrah zu bepflanzen. Sein 2017er ist gewiss ein mächtiger Wein, wenn die Jury einerseits »Fülle und Kraft« notierte, andererseits aber betonte, wie exzellent Schlossberg und Syrah miteinander harmonieren würden. Von »Thymian, Rosmarin, Tabak« ist da die Rede, als hätte man es mit dem Süden Australiens zu tun. Das Claim für Baden könnte zukünftig also lauten: »Badischer Wein – von der Sonne gelernt«. (93 Punkte)

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